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TOROS Corporate Governance Fonds GmbH

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Abläufe/Historie PDF Drucken E-Mail

 

Im Jahr 1976 wird die Phoenix Kapitaldienst GmbH gegründet, die Geschäftstätigkeit im Bereich „Handelbare Optionen“ besteht überwiegend im Churning von Warenterminkonten, verbunden mit sittenwidrig hohen Spesen von über 50% (round turn). Die Kundengelder werden regelmässig fast vollständig vernichtet.

 

Ab Mitte der 90-er Jahre bietet dieselbe Firma Phoenix, die bis zu diesem Zeitpunkt fast 20 Jahre lange alle Kundengelder weitestgehend vernichtet hat, einen mysteriös erfolgreichen Hedgefonds an, das Phoenix Managed Account.

Während mit dem Managed Account angeblich immer nur Gewinne gemacht werden, werden in dem traditionellen Geschäftsbereich mit denselben Geschäften weiterhin nur Verluste gemacht (an diesem offensichtlichen Widerspruch stören sich weder der Prüfer, noch die BaFin noch die EdW).

Mit enormen Vertriebsprovisionen (hohes Agio, das zu 80% an die Vermittler geht und 4,8% laufende Provisionen jedes Jahr) werden mehrere hundert Millionen Euro eingeworben.

An die Vermittler schüttet Phoenix über die Jahre etwa 200 Millionen Euro an Provisionen aus, was in etwa der Summe entspricht, die der EdW jetzt zur Entschädigung der Anleger fehlt.

 

Im Jahr 2004 erhält der Anwalt der Phoenix, RA Graf Praschma, der das Phoenix Managed Account mitkonzipiert hat, einen schriftlichen Hinweis auf den Betrug, der aber unbearbeitet bleibt.

 

Trotz Warnungen in der Presse vor Phoenix haben weder BaFin noch EdW die Phoenix näher geprüft und zum Beispiel einen belastbaren Beleg zum Vorhandensein des 800-Millionen-Hauptkontos bei MAN verlangt (ein Anruf bei MAN allein, gegebenenfalls über die SFA, hätte zur sofortigen Aufdeckung geführt).

Und das, obwohl Phoenix bei der EdW das grösste und existenzgefährdende Einzelrisiko war.

Phoenix wurde bis auf die letzten 2 Monate ihrer Existenz nie ordnungsgemäss von zwei geeigneten Bankleitern geführt – und das war der BaFin bewusst: die Sekretärin Ruhrauf hatte mit Sicherheit nicht die Qualifikation als Bankleiterin (siehe auch Pühringer-Bericht).

 

Der Betrug wird erst sehr spät, im März 2005, offiziell aufgedeckt. Teil zwei des Skandals beginnt.

 

Die noch vom Geschäftsführer der Phoenix Detlef Amonath und dem Sohn des verstorbenen Hauptbetrügers Dieter Breitkreuz beauftragte, mit White-Collar-Crime erfahrene, Kanzlei Morgan Lewis Bockius sieht nach etwa 3-tägiger erster Recherche gute Ansatzpunkte für Regress unter anderem gegen MAN.

Ein 12-seitiger Bericht geht an den Präsidenten der BaFin, Jochen Sanio.

 

Dann wird der Insolvenzverwalter Schubra bestellt und ersetzt sofort die erfahrene Kanzlei Morgan Lewis durch Herrn Otto Lakies aus dem eigenen Verbund.

Bei dessen forensischer Analyse kommt nichts Verwertbares raus, erfolgreiche Regressverfahren sind bis heute nicht bekannt (noch nicht mal gegen den WP Puckler).

 

Die EdW „übernimmt die Macht“ im Gläubigerausschuss –das Verfahren steuert in die falsche Richtung: das Hauptelement der geplanten Umsetzung, der Insolvenzplan, wird vom LG Frankfurt im Jahr 2007 als rechtswidrig eingestuft und damit wird fast die ganze sehr teure Arbeit des Insolvenzverwalters „entwertet“.

 

Als sich Anfang 2007 abzeichnet, dass vollkommen unbeteiligte Finanzinstitute tatsächlich über die EdW für einen Grossteil des Schadens aufkommen sollen, schliessen sich etwa 20 der grösseren Verwalter zu dem Phoenix-Rechtsverfolgungspool zusammen, um sich gemeinsam gegen den drohenden Schaden zu wehren und um zu versuchen, das ganze Verfahren in eine vernünftige Richtung zu lenken: für den Schaden sollen vordringlich die Mitverantwortlichen haften und nicht Unbeteiligte.

 

Kernelement der Abwehrstrategie ist das Zufallbringen des Insolvenzplans, was erfolgreich umgesetzt wurde in Kooperation mit einem grossen institutionellen Anleger.

Weiteres Element ist die Abwehr der Sonderbeiträge und in diesem Zusammenhang auch eine Reform des Einlagensicherungssystems EdW. Erster Erfolg vor dem Verwaltungsgericht in Berlin am Freitag 19. September 2008.

Der neue Gesetzentwurf der Regierung zu Konstruktionen wie dem Phoenix Managed Account (Organismen für gemeinsame Anlage, Anlageverwaltung) berücksichtigt auch Beiträge des Phoenix-Rechtsverfolgungspools. Konstruktionen wie das Phoenix Managed Account werden nach dem neuen Gesetzentwurf nicht mehr versichert sein.

 

 

Die Toros Corporate Governance Fonds GmbH stellt im August 2008 eine Strafanzeige gegen vermeintliche Mitverantwortliche bei Phoenix.