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400-Millionen-Euro-Betrug durch die Phoenix Kapitaldienst GmbH PDF Drucken E-Mail

 

Der 400-Millionen-Euro-Betrug durch die Phoenix Kapitaldienst GmbH und eine Aufarbeitung des Betrugsfalls, die fast noch skandalöser ist als der Betrug selbst

Zitat des Phoenix-WirtschaftsprĂĽfers Dr. Puckler in dem offiziellen WpHG-PrĂĽfbericht 2003:

„…dass die Firma seit nunmehr 28 Jahren einen sehr zufriedenen und grossen Kundenstamm in Deutschland und Skandinavien aufgebaut hat.“

 

Dieses – zumindest im Rückblick – in seinem Wahrheitsgehalt bedenkliche Zitat des Phoenix Prüfers Dr. Puckler ist exemplarisch für die Qualität der Überwachung der Phoenix und leider auch für die Qualität der Aufarbeitung des Betrugsfalles und die Abwicklung des Insolvenzverfahrens.

Alle mit der Überwachung der Phoenix betrauten „Institutionen“ (angefangen von dem Unternehmen, das die Bilanzen aufstellte, über den Wirtschaftsprüfer bis hin zu den Aufsichtsbehörden) schienen bis zuletzt angeblich keine Zweifel an der Seriosität der Gesellschaft zu haben.

Auf der anderen Seite war bekannt beziehungsweise einfach zu ermitteln, dass die Firma Phoenix seit ihrer GrĂĽndung immer die kompletten Kundengelder verzockt hatte und Phoenix zum Zeitpunkt des Zitates schon seit langem auf der schwarzen Liste diverser Anlegerschutzinstitute stand.

Es gab erstaunlich viele WidersprĂĽche.

Die aber allesamt gerade von all denen ĂĽbersehen wurden, die vom System dazu vorgesehen sind, solche WidersprĂĽche zu finden und aufzudecken.

Damit Schäden in dieser Grössenordnung gerade nicht eintreten können.

Keine einzige der diversen voneinander unabhängigen Kontrollinstanzen will bis zuletzt etwas bemerkt haben.

 

Der Betrug war absolut offensichtlich – und zwar täglich

- das Betrugskonto fehlte täglich auf den Kontenlisten von MAN (equity runs)

- offensichtlicher Widerspruch zwischen Verlusten in den echten Konten (seit 28 Jahren!) und den angeblichen Gewinnen im gefälschten Konto

- dem WP wurde eine Liste mit allen Konten (ohne das Betrugskonto) von MAN geschickt, er testiert das auf dieser Liste nicht-vorhandene gefälschte Konto trotzdem auf Basis einer gefälschten Saldenbestätigung

- es gibt keine Kickbacks auf das grosse (gefälschte) Volumen (Phoenix hätte sich das bei echten Umsätzen nie entgehen lassen; es war sogar in dem Kundenprospekt offiziell angekündigt, dass Kickbacks genommen werden!)

- es gibt keine Zinsen auf das Cash-Volumen im gefälschten Konto (Phoenix hätte sich das bei echtem Geld nie entgehen lassen)

- alle Positionen in dem gefälschten Konto sind falsch (long statt short)

u.v.a.m.

 

Die “Aufklärung“ und Aufarbeitung des Falles nach der Aufdeckung des Betrugs ist unseres Erachtens noch skandalöser als der Phoenix-Betrug selbst

- die forensischen Ermittlungen sind absolut dilettantisch (die wichtigsten Fakten werden nicht berücksichtigt, „equity runs“, die Bedeutung von equity runs ist dem „Forensiker“ vermutlich bis heute nicht bekannt)

- für die „forensischen Ermittlungen“ werden zu Lasten der Anleger mehrere Millionen Euro abgerechnet

- aufgrund der mangelhaften Forensik des Insoverwalters sind auch die „Ergebnisse“ der Staatsanwaltschaft bislang erschreckend schlecht

- nicht zuletzt auch deshalb werden viele Mitverantwortliche bisher nicht in Regress genommen

- der Insolvenzverwalter sitzt widerrechtlich auf den Treuhandgeldern der Anleger, die seit ĂĽber drei Jahren nicht an ihr Geld kommen

- der Insolvenzverwalter rechnet unseres Erachtens viel zu hohe GebĂĽhren ab

- der Insolvenzverwalter zahlt die Treuhandgelder inzwischen mehr als drei Jahre lang nicht aus

- die EDW entschädigt die Anleger seit mehr als drei Jahren nicht

u.v.a.m.